Depotvolumen privater Haushalte 2025: Wer wächst, wer stagniert?
Die Wertpapierbestände privater Haushalte aller meldepflichtigen Institute lag Ende 2025 bei 2.202 Mrd. EUR und 13% über dem Vorjahr (Kurswertbetrachtung) – die Kräfteverhältnisse verschieben sich. Klassische Fondsgesellschaften, Sparkassen und VR-Banken wachsen langsamer als Direktbanken und verlieren an Boden. Das Depotvolumen bei Direktbanken wächst vergleichbar zum DAX oder MSCI World (bei über 20%), was zeigt, dass bei Direktbanken die Aktien- und ETF-Quote höher ist.
Union Investment und DekaBank: Der Abstand schmilzt
Union Investment verwaltet mit rund 271 Mrd. EUR das größte Depotvolumen privater Haushalte in Deutschland. 2025 stieg das Volumen um 6,6 %, etwa 17 Mrd. EUR. Für sich genommen ein ordentliches Ergebnis, gemessen am Wettbewerb aber das schwächste unter den großen Anbietern. Die DekaBank legte im gleichen Zeitraum um 11,9 % zu, das entspricht 26 Mrd. EUR. Gesamtvolumen: 241 Mrd. EUR. Der Abstand zu Union Investment hat sich von rund 46 Mrd. EUR auf 30 Mrd. EUR verringert.
Sparkassen und VR-Banken
Die Sparkassen kommen auf 247 Mrd. EUR und wuchsen 2025 mit 12,3 % am stärksten unter den klassischen Anbietern, absolut 27 Mrd. EUR mehr als im Vorjahr. Die VR-Banken wuchsen um 11 % auf 171 Mrd. EUR. Solide, aber in absoluten Zahlen deutlich hinter den Sparkassen.
ING Deutschland: Das stärkste Wachstum unter den großen Anbietern
Die ING Deutschland wuchs 2025 um 22,4 % auf 135 Mrd. EUR, ein Zuwachs von 25 Mrd. EUR in zwölf Monaten. Damit hat die ING Deutschland ihre führende Rolle im Wettbewerb unter den Direktbanken unterstrichen.
DKB und Targobank wachsen ebenfalls zweistellig: 20 % bzw. 12,6 %. Die DKB liegt bei knapp 40 Mrd. EUR, die Targobank bei 22 Mrd. EUR.
Zusammen kommen die drei großen Direktbanken auf rund 197 Mrd. EUR – noch immer weniger als Sparkassen, DekaBank oder Union Investment
Trade Republic: Der stille Aufsteiger?
Trade Republic hat für 2025 noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Bekannt ist: Ende 2024 verwaltete das Berliner Fintech bereits rund 150 Mrd. EUR in Deutschland. Angesichts der Marktentwicklung dürfte das Depotvolumen 2025 erheblich gestiegen sein – der DAX und der MSCI World legten jeweils mehr als 20% zu. Trade-Republic-Kunden halten im Schnitt eine höhere Aktien- und ETF-Quote als Kunden klassischer Filialbanken, was sie überproportional von steigenden Kursen profitieren lässt. Sollte Trade Republic in einer ähnlichen Größenordnung wie die ING gewachsen sein, wäre ein Depotvolumen von rund 180 Mrd. EUR realistisch – und damit ein klarer Sprung über das Niveau der VR-Banken hinaus.
Ob Trade Republic damit bereits in die Liga der Sparkassen oder der DekaBank vorgestoßen ist, bleibt abzuwarten.
Quellen:
Bundesbankstatistik, Geschäftsberichte, DKB mit „ungefähr Angaben im Geschäftsbericht

